Pädagogische Arbeit

Ansprechpartner*in
Tanja Filipcic-Mauerer

Tel.:
0151 - 212 44 88 4

Mail:
WaKi-Rumpeltrolle.210 (at) brk.de

Auf dieser Seite finden Sie einige Informationen zu unserer pädagogischen Arbeit.

Unser Waldkindergarten ist ein besonderer Bildungs- und Erfahrungsraum. Die Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages draußen in der Natur und erleben den Wald mit seinen täglichen und jahreszeitlichen Veränderungen unmittelbar. Dabei ist die Natur für uns weit mehr als eine schöne Umgebung: Sie ist Spielraum, Bewegungsraum, Lernort, Begegnungsraum und Erfahrungsfeld zugleich.

Im Unterschied zu einem klassischen Kindergarten gibt es im Wald weniger vorgefertigtes Spielmaterial und weniger festgelegte Spielräume. Stattdessen finden die Kinder Äste, Steine, Erde, Blätter, Zapfen, Wasser, Pflanzen und viele andere Naturmaterialien, die sich immer wieder neu verwandeln lassen. Ein Stock kann heute Werkzeug, morgen Zauberstab, Baumaterial oder Teil einer selbst erfundenen Geschichte sein. Dadurch werden Fantasie, Kreativität, Eigeninitiative und selbstständiges Denken in besonderer Weise angeregt.

Bewegung und Körpererfahrung

Der Wald bietet täglich vielfältige und natürliche Bewegungsanlässe. Die Kinder laufen über unebenen Boden, klettern, balancieren, springen, ziehen, tragen und überwinden kleine Hindernisse. Dabei entwickeln und festigen sie ganz selbstverständlich Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung.

Bewegung ist bei uns kein einzelnes Angebot, sondern ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Tages. Gleichzeitig lernen die Kinder, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen, Herausforderungen anzunehmen und Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.

Soziale Kompetenzen

Im Wald sind Gemeinschaft und Zusammenarbeit besonders wichtig. Gemeinsam etwas zu bauen, Materialien zu transportieren, einen schwierigen Weg zu bewältigen oder eine Spielidee umzusetzen gelingt oft besser miteinander als allein.

Die Kinder lernen, Absprachen zu treffen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, eigene Bedürfnisse auszudrücken, Konflikte auszuhandeln und sich gegenseitig zu unterstützen. Sie erleben: Ich bin Teil einer Gemeinschaft, ich kann etwas beitragen und wir können gemeinsam Lösungen finden.

Auch Verantwortung gehört dazu – für sich selbst, für andere, für Materialien und für unseren gemeinsamen Lebens- und Spielraum.

Kognitive und lernmethodische Kompetenzen

Der Wald weckt Neugier. Warum schwimmt ein Blatt? Welche Spur gehört zu welchem Tier? Warum verändert sich ein Baum im Laufe des Jahres? Wie kann eine Hütte stabil gebaut werden? Was passiert mit einer Pfütze nach einigen Tagen Sonne?

Aus solchen alltäglichen Beobachtungen entstehen Fragen, Vermutungen und kleine Forschungsprozesse. Die Kinder lernen, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu erkennen, zu vergleichen, auszuprobieren, Lösungen zu entwickeln und aus Erfahrungen zu lernen.

Wir möchten Kindern nicht möglichst viele fertige Antworten geben, sondern sie darin unterstützen, selbst zu denken und eigene Lösungswege zu entdecken. Dadurch entwickeln sie wichtige lernmethodische Kompetenzen: Sie erfahren, wie Lernen funktioniert, dass Fehler dazugehören und dass es sich lohnt, etwas erneut oder auf einem anderen Weg zu versuchen.

Natur und Umwelt

Der unmittelbare Kontakt zur Natur prägt unseren Alltag. Die Kinder erleben Pflanzen, Tiere, Wetter und Jahreszeiten nicht ausschließlich über Bücher oder Projekte, sondern durch ihre eigenen Erfahrungen.

Sie beobachten, staunen, entdecken Veränderungen und entwickeln nach und nach ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Wer Natur regelmäßig erlebt und eine Beziehung zu ihr aufbauen darf, entwickelt häufig auch den Wunsch, sie zu achten und zu schützen.

Umweltbildung bedeutet für uns deshalb nicht nur Wissensvermittlung. Sie beginnt mit Beziehung, Wahrnehmung, Wertschätzung und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Werteorientierung

Ein respektvolles Miteinander bildet die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Wir möchten Kindern Werte nicht nur erklären, sondern sie gemeinsam mit ihnen leben.

Dazu gehören für uns Achtsamkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Offenheit, Ehrlichkeit und die Wertschätzung von Mensch und Natur.

Kinder dürfen erfahren, dass ihre Meinung gehört wird, dass Menschen unterschiedlich sind und dass jeder Teil der Gemeinschaft sein darf. Gleichzeitig lernen sie, Grenzen wahrzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen.

Ganzheitliche Bildung nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan

Unsere naturpädagogische Ausrichtung sowie die Schwerpunkte Bewegung, soziale Kompetenzen, kognitive und lernmethodische Kompetenzen, Umwelt und Natur sowie Werteorientierung prägen das Profil unseres Waldkindergartens.

Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass andere Bildungsbereiche weniger wichtig sind.

Selbstverständlich werden auch alle weiteren Bildungs- und Erziehungsbereiche des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BayBEP) in unserer pädagogischen Arbeit berücksichtigt und gefördert – beispielsweise Sprache und Literacy, Mathematik, Naturwissenschaft und Technik, Musik, Ästhetik, Kunst und Kultur, Gesundheit sowie Medienbildung.

Viele dieser Bildungsbereiche entstehen im Waldalltag ganz selbstverständlich miteinander verbunden: Beim gemeinsamen Hüttenbau wird geplant, gezählt, gesprochen und verhandelt. Beim Betrachten eines Käfers entstehen naturwissenschaftliche Fragen und neue Begriffe. Beim Schnitzen, Gestalten, Singen, Erzählen, Sammeln, Sortieren oder gemeinsamen Spielen greifen unterschiedlichste Bildungsprozesse ineinander.

Für uns bedeutet Waldpädagogik deshalb nicht weniger Bildung, sondern Bildung mit allen Sinnen – lebensnah, ganzheitlich und eingebettet in echte Erfahrungen.

Unser Ziel ist es, Kinder dabei zu begleiten, neugierige, selbstständige, verantwortungsbewusste und gemeinschaftsfähige Menschen zu werden, die Vertrauen in sich selbst, in andere und in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln können.

Freispiel:

Das Freispiel ist ein zentrales Element der pädagogischen Arbeit im Waldkindergarten. In der freien und selbstbestimmten Auseinandersetzung mit der Natur können Kinder ihre Interessen, Ideen und Fähigkeiten entfalten. Der Wald bietet dabei eine vielfältige, nicht vorstrukturierte Lernumgebung, die Kreativität, Fantasie und Eigeninitiative in besonderer Weise fördert.

Im Freispiel entscheiden die Kinder selbst, womit sie sich beschäftigen, mit wem sie spielen und wie sie Herausforderungen lösen. Dabei sammeln sie wichtige Erfahrungen in den Bereichen Selbstständigkeit, Problemlösung und Verantwortungsübernahme. Natürliche Materialien wie Äste, Steine, Blätter oder Erde regen zu kreativem und vielseitigem Spiel an und fördern das ganzheitliche Lernen mit allen Sinnen.

Gleichzeitig bietet das Freispiel zahlreiche Gelegenheiten für soziale Lernprozesse. Die Kinder lernen, miteinander zu kommunizieren, Regeln auszuhandeln, Konflikte zu lösen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Durch die täglichen Bewegungsanreize im Wald werden zudem motorische Fähigkeiten, Körperwahrnehmung und Gesundheitsbewusstsein gestärkt.

Das Freispiel im Waldkindergarten ist daher weit mehr als „freie Zeit“. Es ist ein bedeutsamer Bildungsraum, in dem Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, Selbstvertrauen gewinnen und grundlegende Kompetenzen für ihren weiteren Lebensweg erwerben. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten diesen Prozess aufmerksam, schaffen einen sicheren Rahmen und unterstützen die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung.

Die Rumpeltrolle sind ein Waldkindergarten für bis zu 25 Kindern in Beratzhausen.