Eine Institution geht in den RuhestandEine Institution geht in den Ruhestand

Eine Institution geht in den Ruhestand

Das Regensburger BRK verabschiedet seinen Kreisgeschäftsführer, Direktor Sepp Zenger, in den verdienten Ruhestand. Besondere Momente begleiteten Zenger bei seiner Abschiedsfeier vergangenen Samstag.

 

 

 

Gekommen waren über 100 geladene Gäste. Neben der Familie des scheidenden Direktors kamen die Kreisgeschäftsführer des Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz, die Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die Landrätin des Landkreises Regensburg, Tanja Schweiger, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Vertreter von Malteser, Johanniter, Feuerwehr und Polizei sowie der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner. „Lieber Sepp Zenger, mit Ihnen geht ein verdienter und überzeugter Rotkreuzler in den Ruhestand. Das Wort eines Direktor Zenger hatte Gewicht in unserem Verband“, so der Präsident des BRK.

 

Mit Weitblick auch im Sinne der Stadt und des Landkreises

 

Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte in ihrer Rede, dass „Sepp Zenger immer auch über den Tellerrand hinausgeschaut hat“, was einen Mehrwert für die Stadt Regensburg bedeutete. Dies unterstrich auch die Landrätin in ihrem Grußwort: „Neben seines ergebnisorientierten Handelns hatte Sepp Zenger immer auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ich kann sagen, dass sein Tun dem Wachstum in der Region förderlich war.“

 

Auch der Kreisverband selbst ist in der Amtszeit von Sepp Zenger beträchtlich gewachsen. 1994, als er den Posten des Kreisgeschäftsführers übernahm, hatte dieser 245 hauptberufliche Mitarbeiter. Unter seiner Führung wuchs der Kreisverband auf nunmehr knapp 1.100 Mitarbeiter heran. Von damals umgerechnet 11 Millionen Euro Jahresumsatz steigerte sich der Kreisverband auf einen Jahresumsatz von über 40 Millionen im Jahr 2017. „Ich erinnere mich noch an das Vorstellungsgespräch von Sepp Zenger. Seinen Kleidungsstil konnte man durchaus als salopp beschreiben“, erzählt Dr. Albert Schmid, der damals Vorsitzender des Regensburger Roten Kreuzes war, augenzwinkernd. „Letztlich hat sich aber seine fachliche Kompetenz durchgesetzt und heute kann man sagen, dass dies genau die richtige Entscheidung war.“

 

Den regionalen Blickwinkel erweiterte Sepp Zenger unter anderem mit der Einführung der Regensburger Rot-Kreuz-Gespräche, deren letzter Gast der damalige Bundesgesundheitsminister Phillip Rösler war. Vorher folgten der Einladung u.a. die damaligen Bayerischen Staatsminister Günther Beckstein und Barbara Stamm, der damalige Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger, der damalige Präsident des DRK, Prof. Dr. Knut Ipsen, die BRK-Präsidenten Albert Schmid und Dr. Heinz Köhler, der ehemalige Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Prof. Dr. Wolfgang Wiegard sowie die frühere Bundesministerin Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr.

 

Zwei außergewöhnliche Ehrungen zum Abschied

 

Sepp Zenger, der sich in seiner Zeit als Kreisgeschäftsführer unter anderem für die Einführung eines Intensivtransportwagens in der Stadt und im Landkreis Regensburg verantwortlich zeichnet, wurde 2011 in Würdigung seiner Verdienste und Leistungen und auf Vorschlag des Kreisvorstands vom BRK-Landesvorstand zum Direktor ernannt. Weil er sich in den 25 Jahren seines Wirkens immer auch um die humanitäre Hilfe verdient gemacht hat und ihm vor allem der Austausch mit und die Unterstützung des Ukrainischen Roten Kreuzes und der Bevölkerung vor Ort am Herzen lag, wurde ihm eine besondere Auszeichnung zuteil: das Ehrenzeichen des Ukrainischen Roten Kreuzes. Vor ihm hatte diese Auszeichnung in Deutschland nur der damalige Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, erhalten. Sepp Zenger ist erst der 24ste Träger dieses Ehrenzeichens. Zu seinem Abschied erhielt er nun vom Präsidenten des BRK, Theo Zellner, die Goldene Ehrennadel für außergewöhnliche Verdienste um das Bayerische Rote Kreuz. Zur Verabschiedung von Sepp Zenger reisten außerdem extra zwei Paramedics aus Ontario in Kanada an. Zwischen den Paramedics in Ontario und dem Kreisverband besteht seit vier Jahren ein freundschaftlicher Austausch, der bei einem internationalen Rettungsdienstwettbewerb seinen Anfang nahm. Die beiden Gäste mit der weitesten Anreise an diesem Abend kamen aber nicht mit leeren Händen. Im Gegenteil, sie zeichneten Direktor Zenger mit der „Paramedic Service Medal of Excellence“ aus.

 

„Sepp Zenger hat die Power eines Wildwassers. Er war und ist eine starke Säule für das BRK und dafür möchte ich ihm von Herzen danken, so der BRK-Präsident am Ende seiner Rede. 

Die Meilensteine des Sepp Zenger:

JahrEreignisAnmerkung
1. Februar 1994Durch Vorstandsbeschluss wird Sepp Zenger Kreisgeschäftsführer des Kreisverbandes Regensburg
Planung und Realisierung des Umbaus des RotkreuzheimsAls Sepp Zenger seinen Dienst antrat, liefen die Planungen für den Umbau bzw. Neubau des Rotkreuzheims. Sepp Zenger ist es zu verdanken, dass er die Planungen stoppte, denn der Kreisverband hätte die damit verbundenen finanziellen Belastungen auf Dauer nicht schultern können. Mit einem hohen Maß an Sachverstand und einer sicheren Hand für das Realisierbare hat er das Rotkreuzheim umgebaut und modernisiert
1995Einführung Intensivtransportwagen1995 begannen erste Überlegungen zur Indienststellung eines Intensiv-Transport-Wagens, den der BRK Kreisverband Regensburg auf eigene Kosten beschaffte. Es war dies der Beginn einer bayernweiten Erfolgsstory! Heute fährt die vierte Generation dieses Fahrzeugtyps auf Bayerns Straßen und darüber hinaus.
1996Einführung des Geschäftsfeldes KindertagesbetreuungDie erste Einrichtung war die heutige Kinderkrippe Mittendrin in Regensburg, heute betreibt der Kreisverband insgesamt 7 Kinderkrippen in Regensburg (2), Sinzing (2), Hemau und Nittendorf, Laber), 4 Kindergärten in Hemau (inkl. einer Waldkindergartengruppe), in Nittendorf, Schönhofen und Regensburg sowie einen Hort in Sinzing. Hinzu kommen 39 Gruppen der Mittagsbetreuung an 8 Schulen in der Stadt Regensburg (6) sowie in Nittendorf und Sinzing. An einer gebundenen Ganztagsgrundschule in Regensburg sind wir Kooperationspartner der Schule. Über 160 Mitarbeiter/innen kümmern sich um die Bildung, Erziehung und Betreuung von mehr als 1000 Kindern.
Ambulante Pflege/Betreutes Wohnen/Tagespflege wächst und wird ab sofort von hauptamtlichen Pflegekräften geleistetWährend seiner Zeit als Kreisgeschäftsführer kam die Idee des betreuten Wohnens als Alternative zum klassischen Altenheim verstärkt in die Diskussion. Auch auf diesem Gebiet profilierte sich der Kreisverband als Betreiber und betreut heute 7 Anlagen des Betreuten Wohnens in Regensburg (2), Köfering, Schierling und Hemau (2) und Regenstauf. Aber auch in der neuesten Form der Betreuung von Seniorinnen und Senioren, dem „Betreuten Wohnen Zuhause“, engagiert sich der Kreisverband Regensburg bereits und unterbreitet Interessierten dieses Angebot. Der Bereich der Tagespflege 6 in Hemau, Neutraubling (bundesweit einzigartiges Model, da dem Schichtbetrieb eines dort ansässigen Konzerns angepasst), Regensburg (die erste Tagespflege, 1998 eröffnet), Schierling, Wiesent, Wolfsegg. Insgesamt werden über 1.500 Patienten ambulant betreut und gepflegt. Die ambulanten Pflegekräfte des Kreisverbandes legen im Jahr über eine Million Kilometer zurück. Bayernweit ist der Kreisverband im Bereich der ambulanten Pflege somit der zweitgrößte Anbieter, im Bereich der Tagespflege der größte.
2003Gründung der Regensburger Rotkreuz-StiftungAuf seine Initiative hin wurde 2003 die Regensburger Rot-Kreuz-Stiftung gegründet, deren Zweck es ist, regionale Projekte, Maßnahmen, Einrichtungen und Dienstleistungen aus dem Bereich der Altenhilfe und der öffentlichen Gesundheitspflege in der Stadt und im Landkreis Regensburg zu initiieren, zu unterstützen und zu fördern.
2005Planung und Bau des Seniorenwohn- und Pflegeheims MinoritenhofZusammen mit dem Bauunternehmer Riepl den Minoritenhof geplant und 2005 umgesetzt
2009Ernennung des Referats Ausbildung zum BildungszentrumDie damalige Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis ernennt den Bildungsbereich des BRK in Regensburg offiziell zum Bildungszentrum
2010Übernahme der Trägerschaft einer Physiotherapieschule2010 übernahm der BRK Kreisverband Regensburg die Trägerschaft der BRK Physiotherapieschule vom Landesverband. Bis heute ist sie die einzige Physiotherapieschule des BRK.
2011Ernennung zum DirektorIn Würdigung seiner Verdienste und Leistungen und auf Vorschlag des Kreisvorstands wurde Sepp Zenger vom BRK Landesvorstand zum Direktor ernannt.
2012Inbetriebnahme des Seniorenwohn- und Pflegeheims Hildegard von BingenNeben dem Umbau des Rotkreuzheims, einem der größten Heime in Ostbayern, war dies bereits das dritte Seniorenheim, welches unter der Führung von Direktor Zenger um- bzw. gebaut wurde.
2014Gründung der BRK-Akademie für Gesund, Pflege und SozialesBayernweit einzigartig, gründet der Kreisverband unter der Führung Sepp Zengers eine eigene Bildungsakademie. Insgesamt wächst der Bildungsbereich in der Amtszeit Zengers auf über 7.500 Teilnehmer/innen und über 400 Lehrgänge und Ausbildungen im Jahr heran. Weit über 200.000 Menschen wurden in dieser Zeit beim BRK in Regensburg aus-, fort- oder weitergebildet.
2015Inbetriebnahme des Seniorenzentrums RegenstaufMit dem Seniorenzentrum Regenstauf wurde das vierte Heim des Kreisverbandes eröffnet.
2016Ehrenzeichen des Ukrainischen Roten KreuzesFür die jahrelange Unterstützung des Ukrainischen Roten Kreuzes mit Hilfstransporten wurde der Kreisgeschäftsführer des BRK Kreisverbandes Regensburg, Direktor Sepp Zenger, mit der höchsten Auszeichnung des Ukrainischen Roten Kreuzes, dem Ehrenzeichen geehrt. Vor ihm hat diese Auszeichnung in Deutschland bisher nur der ehem. Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Dr. Rudolf Seiters, erhalten. Sepp Zenger ist der 24ste Träger dieser Auszeichnung
2018Planungen einer Notfallsanitäterschule, eines Simulationszentrum sowie der Neubau der Räumlichkeiten der Physiotherapieschule beginnenIn enger Abstimmung mit seinem Nachfolger steuert Direktor Zenger auch zum Ende seiner aktiven Zeit als Kreisgeschäftsführer das BRK in Regensburg zukunftsorientiert.